Abhängigkeiten
Nicht jede Kombination von Optionswerten ergibt eine baubare Maschine. Welche Werte zusammenpassen und welche einander ausschließen, gibt der Hersteller als Regeln vor. Die Anwendungen werten diese Regeln beim Konfigurieren aus: unpassende Werte werden gesperrt, ein entstandener Konflikt wird zur Auflösung angeboten, und fehlende Werte werden vorgeschlagen.
Datenmodell
Regeln greifen auf die Ebenen des Produktmodells zu. Ein Produktmodell führt Optionsgruppen, eine Optionsgruppe führt Optionsvariablen, und unter einer Optionsvariablen stehen die Optionswerte, zwischen denen die Auswahl entscheidet.

Am Beispiel der Bereifung des Ladewagens LP CargoLoad RX 400 GL: Die Optionsgruppe Maschinenausstattung führt unter anderem die Optionsvariablen Bereifung und Felge; darunter stehen die einzelnen Reifen und Felgen als Optionswerte. Restriktions-Regeln verbinden jeden Reifen mit den Felgen, die nicht dazu passen: Die schmale Bereifung schließt die breiten Felgen aus, eine breite Bereifung die schmale Felge (Abb. 2).

Kombinationsmöglichkeiten
Die Regeln wirken in beide Richtungen — die zuerst gewählte Seite bestimmt, was auf der anderen übrig bleibt:
Auswahl eines schmalen Reifens → die dafür zu breiten Felgen sind nicht mehr kombinierbar (Abb. 3).
Auswahl eines breiten Reifens → die zu schmale Felge ist nicht mehr kombinierbar (Abb. 4).


Restriktions-Regeln
Eine Restriktions-Regel legt fest, welche Optionswerte einander ausschließen. Ein gesperrter Wert trägt ein Verbots-Icon und die Angabe, wodurch er verboten ist (Abb. 5).
Wird ein gesperrter Wert dennoch gewählt, listet ein Dialog die Konflikte auf und nennt die Werte, die dafür weichen müssen (Abb. 6). Nach der Bestätigung führt die Anwendung die Konfliktbehebung selbst durch und entfernt die genannten Werte aus der Konfiguration.


disabled, und genau der Klick öffnet den Konfliktdialog. Die Markierung sagt also nicht „nicht wählbar", sondern „nicht ohne Folgen wählbar".Aktions-Regeln
Fehlt der Konfiguration ein Optionswert, den ein anderer voraussetzt, schlägt ein Aktionsdialog die fehlenden Werte vor (Abb. 7). Nach der Bestätigung kommen sie in die Konfiguration; ein Additions-Icon kennzeichnet die so hinzugefügten Werte.

Gut zu wissen
Regeln pflegt der Hersteller im Backend (PIA), siehe Regeleditor, Regeleditor - Restriktions-Regeln und Regeleditor - Aktions-Regeln. Ausgearbeitete Fälle stehen bei Restrictions - Beispiele und Aktions-Regeln - Beispiele.
Für die Optionen einer Unterkonfiguration gelten dieselben Regeln wie in der Hauptkonfiguration, siehe Unterkonfigurationen.
Ob die SalesApp Regeln schon beim Anzeigen der Optionswerte auswertet oder erst bei der Auswahl, ist eine Einstellung des iPads; die WebApp wertet immer aus, siehe Meldungen, Changelog und Rechtliches.
Einzelne Hersteller arbeiten statt mit Regeln mit Formeln. Formeln lösen Konflikte nicht auf, sondern heben fehlerhafte Optionsvariablen und Optionswerte optisch hervor; eine fehlerhafte Konfiguration lässt sich damit anlegen. Beides zugleich gibt es an einem Modell nicht — dieses Handbuch beschreibt die Regeln.